Der Verein


Alle Wege nutzen, um Spenden zu akquirieren
Stiftskirche: Fördervereins-Vorsitzender Diether Edel: „Es besteht Finanzierungsbedarf ohne Ende“

© Fränkische Nachrichten -24.10.2013

WERTHEIM. "Es besteht Finanzierungsbedarf ohne Ende." Und gemäß dieser Feststellung des Vorsitzenden Diether Edel in der Mitgliederversammlung (siehe weiteren Artikel) wird der Förderverein Stiftskirche auch weiterhin "alle Wege nutzen, um Spenden zu akquirieren". Wofür diese verwendet werden, machten Dekan Hayo Büsing und Architekt Michael Bannwarth in der Veranstaltung eindrucksvoll deutlich.

Angesichts aktueller Diskussionen um die Finanzen der Kirchen machte Büsing in seinen Ausführungen deutlich, dass die Kirchengemeinde alle zwei Jahre einer Prüfung unterzogen werde, wegen der Stiftskirchensanierung eine Sonderprüfung stattgefunden habe, bei der alle Akten "auf Herz und Nieren" unter die Lupe genommen worden und für in Ordnung befunden worden seien. "Auch unsere Haushalte sind einsehbar", so der Dekan. "Weder die Kirchengemeinde noch der Förderverein verfügen über Mittel, die es sich zu veruntreuen lohnen würde", sagte Diether Edel schmunzelnd.

Schon beim Abschluss der Sanierung des Turmes der Stiftskirche sei klar gewesen, dass als Nächstes die Außensanierung des Gotteshauses an der Reihe sein müsste, erläuterte Büsing. Doch habe die Landeskirche "auf die Bremse treten" müssen. "Bis an Pfingsten 2012 ein großes, herabfallendes Putzstück deutlich machte, dass in der Westwand Bewegung herrscht". Man habe daraufhin sofort einen Eilantrag an die Landeskirche gestellt und nach eingehender Prüfung eine Freigabe der Mittel erreicht.

Die Kostenschätzung für die gesamte Fassadensanierung belaufe sich auf rund eine halbe Million Euro, davon entfielen auf die Westwand etwa 130000 Euro.

"Im Moment spannt es ein wenig", machte der Dekan deutlich, dass man sich bei den laufenden Arbeiten gerade noch im Kostenrahmen bewegt. Parallel dazu müsse man sich um die Restaurierung der Epitaphien im Chorraum der Kirche, einschließlich der sogenannten "Bettlade" kümmern. Rechtliche Prüfungen hätten ergeben, dass die fest eingebauten Denkmäler Bestandteile der Kirche seien, "deshalb müssen wir uns dieser Verantwortung stellen".

Große Schwierigkeiten

Büsing räumte ein, dass man große Schwierigkeiten gehabt habe, die Finanzierung der auf etwa 530000 Euro geschätzten Kosten zu sichern. Jeweils etwa ein Drittel davon übernehmen das Landesdenkmalamt und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, ein sechsstelliger Betrag kommt vom Kulturbeauftragten der Bundesregierung. Der Anteil der Landeskirche sei auf 25 Prozent aufgestockt worden.

Man wolle, erklärte der Redner, bei dieser Maßnahme den Förderverein weitgehend außen vor lassen, zumal es sich als nicht einfach erwiesen habe, für die Grabdenkmale Spenden einzuwerben.

Wie der Dekan informierte, wird sich die Rückkehr der "Bettlade" nach Wertheim noch bis voraussichtlich Frühjahr 2014 verzögern. Dies lag zum einen an einer längeren Experimentierphase für die richtige Gipsmischung, zum anderen aber auch daran, dass man vor der Wiederinstallation erst das Epitaph Nummer neun direkt daneben ausbauen wolle, das als Nächstes restauriert werden soll. Danach soll das Baldachingrabmal wieder aufgestellt werden und zwar an seinem ursprünglichen Platz. Anderslautende Überlegungen hätten sich als nicht realisierbar erwiesen. So sei nicht bekannt, ob der Untergrund eine andere Platzierung zulasse, eine Prüfung der Statik würde Kosten verursachen, die die Kirchengemeinde alleine tragen müsste.

Außerdem, mutmaßte Büsing, hätten sich die Denkmalbehörden "mit Händen und Füßen" gegen eine andere Platzierung gewehrt, eine Aufkündigung sämtlicher Zuschusszusagen sei zu befürchten gewesen.

Über die laufenden Sanierungsmaßnahmen an der Westfassade der Stiftskirche informierte Architekt Michael Bannwarth (wir berichteten). Unterstützt von zahlreichen Bildern, schilderte er die vorgefundenen Schäden - Risse im Mauerwerk, großflächige Abplatzungen des Putzes -, die zum Handeln gezwungen hätten. "Zum Glück waren die Schäden im Inneren zuerst sichtbar. Wir können froh sein, dass nichts passiert ist", so Bannwarth.

Anschaulich erläuterte der Architekt die verschiedenen Arbeitsschritte und die Schwierigkeiten, auf die man stieß. So seien für die Bohrarbeiten ursprünglich zwei Tage angesetzt gewesen, gebraucht habe man mehr als fünf Tage. Wie zuvor der Dekan räumte er ein, dass "der finanzielle Gürtel schon eng geschnallt" sei, "wir haben nicht mehr viel Luft".

Zu zeitlichen Verzögerungen führte unter anderem, dass man sich mit Sandsteinschäden länger habe befassen müssen, als ursprünglich gedacht. Dies verursachte auch Mehrkosten. Jetzt seien noch einige Verputz-, Anstrich- und Schieferplattenarbeiten auszuführen und der Taubenschutz zu ergänzen, "dann ist die Sanierung der Westfassade abgeschlossen". Einen Termin, wann das Gerüst an der Kirche abgebaut werden soll, nannte der Architekt aber wohlweislich nicht.

Bild: © Kellner


Förderverein Stiftskirche: Das bewährte Team wurde in seinen Ämtern bestätigt
Weiter durch die Wellen segeln

© Fränkische Nachrichten -24.10.2013

WERTHEIM. Das bewährte Team führt auch weiterhin den Förderverein Stiftskirche. Einstimmig, bei Enthaltung der jeweils Betroffenen, bestätigte die Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Stiftshof den Vorsitzenden Diether Edel, seinen Stellvertreter Albrecht Krimmer, Kassiererin Ingrid Röttinger und Schriftführer Friedrich Löffler für zwei Jahre in ihren Ämtern. Auch die Kassenprüfer Horst Grandke und Thomas Mühleck wurden erneut mit dieser Aufgabe betraut.

Eine Veränderung wird es im Vorstand dennoch geben: Nachdem Konstantin Lantzsch bei der anstehenden Wahl der Kirchenältesten nicht mehr kandidiert, scheidet er als Vertreter der Kirchengemeinde beim Förderverein aus. Beratendes Mitglied des Vorstandes ist Dekan Hayo Büsing.

Kerngeschäft

"Unser Kerngeschäft besteht darin, zu versuchen, Mittel zum Erhalt der Stiftskirche zu sammeln", machte Edel zu Beginn deutlich, nachdem es in den vergangenen Jahren offenbar immer wieder Anfragen wegen weiterer Aktivitäten des Vereins gegeben hatte. Dieser Aufgabe habe man sich gestellt. Er unterstrich, dass Ideen, wie man Gelder akquirieren könne, jederzeit willkommen seien. Spenden zu besonderen Anlässen, etwa zur goldenen Hochzeit, zur goldenen Konfirmation oder ähnlichen Ereignissen, seien nicht mehr so reichlich geflossen. Als erfolgreich bezeichnete der Vorsitzende hingegen den Adventsmarkt vor der Stiftskirche, das erstmals veranstaltete A-cappella-Konzert, bei dem die Gruppe "Viva Voce" auftrat, und einen in der Vorweihnachtszeit vergangenes Jahr versandten Spendenaufruf.

Zur Musikveranstaltung sagte Edel, diese sei sowohl in kultureller, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht "ein ganz großer Erfolg" gewesen. "Man macht doch einen vernünftigen Schnitt."

Aus alter Verbundenheit

Der Vorsitzende würdigte Ingrid Röttinger für ihren besonderen Einsatz. Der Spendenaufruf habe bis zur Mitte dieses Jahres Nachwirkungen gehabt, "da entdeckte der eine oder andere Wertheimer im Alter wieder seine Verbundenheit zur Stiftskirche oder gleich zur Kirchengemeinde".

Aktiv war der Förderverein bei der Vorstellung einer der Kandidatinnen für die Wahl des Landesbischofs, als man für die Bewirtung sorgte. Mit einem Infostand auf dem Marktplatz gelang es, zehn neue Mitglieder zu werben. "Irgendwann werden wir auch das wieder machen."

Zwei sehr erfolgreiche Jahre

Dank zweier insgesamt sehr erfolgreicher Jahre habe man vor wenigen Tagen Dekan Büsing beziehungsweise der Kirchengemeinde 50000 Euro zur Verfügung stellen können (wir berichteten), bilanzierte der Vorsitzende. "Das hört sich viel an, wenn man aber weiß, was noch alles bevorsteht, ist das höchstens ein kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein." Edel nannte unter anderem die Restaurierung der Kirchenbibliothek und die Sanierung der Epitaphien im Chorraum.

Einen Überblick über die Finanzen des Fördervereins gab Ingrid Röttinger. Horst Grandke bescheinigte eine einwandfreie Buchführung und führte die einstimmig erfolgte Entlastung des Vorstandes herbei. Dekan Büsing leitete die Neuwahl mit dem eingangs genannten Ergebnis.

"Wir wollen auch in den nächsten beiden Jahren das kleine Schiff Förderverein durch die Wellen segeln", kündigte der wiedergewählte Vorsitzende an.

Ausblick

Nach Berichten des Dekans und vor den Informationen von Architekt Michael Bannwarth (siehe weiteren Artikel) gab Edel einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten.

So findet auch in diesem Jahr wieder der Adventsmarkt vor der Stiftskirche statt, diesmal sogar an beiden Wochenenden des Wertheimer Weihnachtsmarktes, wobei die Wertheimer Tafel und die katholische Kirchengemeinde sich nur am ersten beteiligen und am zweiten das Wohnstift Hofgarten und Trudel Dosch die freiwerdenden Buden übernehmen.

Nach fünf jungen Männern werden am 20. Dezember die vier jungen Frauen der Dresdner A-cappella-Gruppe "medlz" in der Stiftskirche gastieren. Der Vorverkauf für das Konzert hat bereits begonnen.


„Himmlische Weihnachten“
Benefizkonzert: A-cappella-Gruppe „medlz“ am Freitag, 20. Dezember, in der Stiftskirche

© Fränkische Nachrichten -15.10.2013

WERTHEIM. Ein Benefizkonzert unter dem Motto "Himmlische Weihnachten" mit der A-cappella-Gruppe "medlz" veranstaltet der Förderkreis Stiftskirche Wertheim. Das Konzert findet am Freitag, 20. Dezember, um 19 Uhr (Einlass ab 18.15 Uhr) in der Wertheimer Stiftskirche statt. Der Erlös ist dem sanierungsbedürftigen Stiftskirchengebäude zugedacht.

Außergewöhnlich klare Stimmen, lupenreine Intonation und ein gutes Gespür für das, was sich Menschen in dieser hektischen und oft stressbehafteten Zeit wünschen - die "medlz" treffen in jeder Hinsicht die richtigen Töne, heißt es in einer Ankündigung.

Mit den wohl berühmtesten traditionellen Weihnachtsliedern, internationalen Popklassikern und Gospelsongs stimmen sie auf die schönste Zeit des Jahres ein. Ob "Ave Maria", "Joy to the World", "Petit Papa Noel", oder "Stille Nacht, heilige Nacht" - jeden Song singen die "medlz" live und ohne instrumentale Begleitung.

Weihnachts-Hits wie "All I want for christmas" oder "Winterwonderland" finden ihren Platz neben Klassikern wie "Maria durch ein Dornwald ging" oder "Es ist ein Ros entsprungen". Ob besinnlich oder heiter. Die Vollblutmusikerinnen, die ihr Handwerk bereits im Philharmonischen Kinderchor Dresden lernten, singen sich stets in die Herzen der Besucher.

Maria von den "medlz" zur Weihnachtstour: "Wir freuen uns riesig auf Wertheim und bringen kleine Dresdner Köstlichkeiten mit! Versprochen!"

Bild: Die A-cappella-Gruppe "medlz" gastiert am Freitag, 20. Dezember, zu einem Benefizkonzert zugunsten der Wertheimer Stiftskirche. © FN


50000 Euro für die Außensanierung
Förderverein Stiftskirche: Außergewöhnliche Spende ist für die Kirchengemeinde ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Gotteshauses

© Fränkische Nachrichten -10.10.2013

WERTHEIM. Um die außergewöhnliche Spende "greifbar" darzustellen, holt Diether A. Edel einen einfachen, rubinroten Umschlag aus seinem Jacket hervor. Doch dieser hatte es in sich. Denn das Kuvert stand für die 50000 Euro, die der Vorsitzende des Wertheimer Fördervereins Stiftskirche gestern Vormittag gemeinsam mit seinem Stellvertreter Albrecht Krimmer an Dekan Hayo Büsing und den Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Herbert Alexander Gebhardt, offiziell überreichte. Wie dabei erklärt wurde, soll das Geld für die bereits begonnene und dringend notwendige Außensanierung des Gotteshauses verwendet werden (wir berichteten bereits ausführlich).

Wichtige Aufgabe

"Sehr bescheiden", wie ihm später der Dekan bescheinigte, beschrieb Edel den Zweck des Fördervereins sowie den damit verbundenen Spendeneingang. Demnach sei es die Aufgabe, Gelder einzusammeln. Diese benötige man, damit das "wundervolle Gebäude" Stiftskirche erhalten werden könne. Von Zeit zu Zeit übergebe man das gesammelte Geld an die Stiftskirchengemeinde als Eigentümerin des Gotteshauses, das nach den Worten Gebhardts im vergangenen Jahr von 100000 Personen besucht worden ist.

Die Außensanierung der Stiftskirche sei in zwei Bauabschnitte unterteilt worden, erklärte der Vorsitzende weiter. Denn man könne nicht alles auf einmal finanzieren. Die jetzt übergebenen 50000 Euro sollen für den ersten Teil der Maßnahme, die Instandsetzung der Westfassade, verwendet werden.

Eingenommen habe man diese Summe bei verschiedenen Veranstaltungen und durch einige Aktivitäten. Als Beispiele nannte Edel den erfolgreich verlaufenen Spendenaufruf in der Vorweihnachtszeit 2012 ebenso wie den Adventsmarkt des Vereins vor der Stiftskirche. Diesen werde man auch dieses Jahr wieder veranstalten, sogar erstmals an beiden Wochenenden des Weihnachtsmarkts.

Eine zweite Auflage soll es für den A-cappella-Abend in der Vorweihnachtszeit geben. Dabei wird beim Adventskonzert am Freitag, 20. Dezember, die Frauen-Formation "Medlz" aus Dresden auftreten, kündigte Edel an und versprach: "Die sind richtig gut."

In diesem Zusammenhang versicherte der Vorsitzende, dass der Förderverein mit der Veranstaltung in der Stiftskirche nicht anderen Organisatoren Konkurrenz machen wolle. Doch, brachte er es sachlich auf den Punkt, "es geht darum, Geld zu verdienen und die Kirche zu erhalten". Und dass es dem Verein bislang gelungen sei, "so viel Geld zu sammeln", zeige, "wir sind dabei recht erfolgreich."

Man habe inzwischen bei den Bemühungen um den Erhalt der Stiftskirche eine "breite Unterstützung" in der Bevölkerung, fuhr Edel fort. Viele Wertheimer und auch ehemalige Bürger der Main-Tauber-Stadt entdeckten wieder ihre Verbundenheit mit dem Gotteshaus. Das sah Albrecht Kirchner ebenso. Er wies auf dessen Bedeutung als "wichtiges Kulturgut der Stadt" hin.

Dem stimmte auch Dekan Hayo Büsing zu. Begeistert bezeichnete er das Spendenergebnis als eine "tolle Erfolgsgeschichte". Der Einsatz von den Mitgliedern und von den weiteren Unterstützern sei ein "beispielhaftes Engagement".

Angesichts der "Eilbedürftigkeit" der Sanierung der Westfassade sei die Kirchengemeinde sehr "froh und dankbar" über die Spende und die außerordentliche Unterstützung. Mit den 50000 Euro könne man die Eigenmittel deutlich ausbauen.

Insgesamt sind die Kosten für die gesamte Außensanierung mit 500000 Euro veranschlagt. Nachdem der auf der Innenseite der Westfassade bislang klaffende Riss mittlerweile repariert werden konnte und gestern dort das Gerüst abgebaut wurde, sollen nach den Worten Büsings die laufenden Arbeiten bis zum Winter abgeschlossen sein.

Angespannter Kostenrahmen

Beim Blick auf die laufende Sanierung zitierte der Dekan den Architekten Michael Bannwarth. Trotz der Tatsache, dass sich das vor rund 50 Jahren bei einer Renovierung verwendete Material mittlerweile von den Gesimsen gelöst habe und so unplanmäßig zusätzliche Arbeiten vorgenommen werden mussten, sei nach dessen Worten der Kostenrahmen zwar stark angespannt, aber nicht überzogen. Einen genauen Überblick über den Stand der Renovierung werde es bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins am 22. Oktober geben. Dabei wolle er auch den verantwortlichen Umgang mit dem gespendeten Geld verdeutlichen, versprach Büsing.

Trotz der bislang erfolgreichen Arbeit des Fördervereins stimmten die Versammelten Edels Feststellung zu: "Wir haben unser Ziel bei weitem noch nicht erreicht." Die Bevölkerung sei deshalb nach wie vor aufgerufen, "uns weiter zu unterstützen." Dekan Büsing rührte ebenfalls die "Werbetrommel", indem er sagte: "Das ist ein tolles Projekt. Es lohnt sich, sich dafür einzubringen."

Wie die Vereinsvertreter erklärten, könne dies nicht nur in Form von Geldspenden (Konto 1068121 bei der Sparkasse Tauberfranken), sondern etwa auch durch die Mithilfe beim Adventsmarkt erfolgen. Wer dort ehrenamtlich mit anpacken möchte, soll sich bei Albrecht Krimmer, Telefon 09342/22380, melden. Aber auch über fleißige Bäckerinnen und Bäcker würde man sich freuen. Denn Diether A. Edel weiß aus Erfahrung: "Die Plätzchen gehen am besten."

Bild: Die Freude war allen anzusehen: Der Vorsitzende des Wertheimer Fördervereins Stiftskirche, Diether A. Edel (Zweiter von links) und sein Stellvertreter Albrecht Krimmer (links) überreichten an Dekan Hayo Büsing (Zweiter von rechts) und den Kirchengemeinderatsvorsitzenden Herbert Alexander Gebhardt 50000 Euro für die Sanierung des Gottes-hauses.© Marinelli


Konzert in der Stiftskirche: „Viva Voce“ bekam von den begeisterten Zuhörern im Stehen dargebrachten Applaus
© Fränkische Nachrichten -04.12.2012

Wertheim. Konzertantes Erlebnis von bester Güte
Im Sommer begeisterten sie im Kreuzgang des Klosters Bronnbach mit "Neuen Songs in alten Mauern", und knapp ein halbes Jahr später waren "Viva Voce" schon wieder auf Wertheimer Gemarkung. Diesmal hieß es "Wir schenken uns nix". Woran sich die fünf Stimmkünstler, die ihre Wurzeln in einem fränkischen Knabenchor haben, allerdings nicht ganz hielten. Sie schenkten dem in weiten Teilen hingerissenen Publikum in der Stiftskirche einen stimmungsvollen vorweihnachtlichen Abend. Der aber leider ein wenig kurz war. Denn das war das Einzige, worin sich "Viva Voce" ein bisschen geizig zeigten: bei der Zeit. Nach knapp etwas mehr als eineinhalb Stunden war schon alles wieder vorbei.
Um Unterstützung geworben
Veranstaltet wurde das Konzert vom Förderverein der Stiftskirche. Dessen Vorsitzender, Diether Edel, begrüßte die Besucher in der voll besetzten Kirche. Seit über 700 Jahren stehe das Gotteshaus hier, sagte er "und wir möchten gerne, dass das so bleibt".
Im Inneren betrachtet sei zwar vieles in Ordnung gebracht worden, "von außen besehen aber zeigen sich Schlitze, Risse und Löcher. Die müssen beseitigt werden. Und das kostet viel, viel Geld". Der Architekt spreche von rund 500000 Euro. Dies sei eine Summe, die weder die Kirchengemeinde noch die badische Landeskirche alleine aufbringen könne. "Da müssen wir alle dafür einstehen", warb Edel eindringlich um Unterstützung.  Dazu diente auch dieses Konzert. Das dann mit einem eindrucksvollen, - und, wie man am folgenden Tag im Internet nachlesen konnte, auch für die Gruppe ungewohnten - Moment begann. Verteilt im Kirchenschiff intonierten Heiko Benjes, David Lugert, Bastian Hupfert, Jörg Schwartzmanns und Mateusz Phouthavong "The King is born today" und danach, gemeinsam vor dem Altar versammelt, den "Stern von Bethlehem" und erzeugten so gleich eine Stimmung, bei der alle übereinstimmten "So muss Weihnachten sein".
Zwischendurch blieb den Fünf noch Zeit, schnell für ein Pressefoto zu posieren und wie schon in Bronnbach im Juli mit Jörg Schwartzmanns "Schlagzeugsolo" das Publikum in Erstaunen zu versetzen, das dieser ausschließlich mit Mund und Stimmbändern erzeugte.
Rasch war man aber wieder zurück beim Thema, diesmal mit dem kreativen Vorschlag, dass man Weihnachten doch nicht unbedingt nur dann feiern müsse, wenn es der Kalender vorsieht.
Farbtupfer
Ein "Farbtupfer" im Programm war die Geschichte vom doppelten Weihnachtsmann von Paul Maar, die Bassist Heiko Benjes mit tiefer, sonorer Stimme vortrug, während die übrigen Vier von "Viva Voce" Pause hatten. Mit "Zu Bethlehem geboren" stiegen sie dann wieder ein. Es folgte ein swingendes "Jingle Bells" und eine kleine Überraschung für Katja und Steffen aus Lohr. Die halten sich, beteuerten sie, an das Motto "Wir schenken uns nix" und bekamen als Präsent dafür die gleichnamige CD des Quintetts und noch manche Erwähnung im weiteren Verlauf des Abends.
Mit Leonard Cohens "Halleluja" bahnte sich der Höhepunkt des Konzerts an. Und der bestand wieder einmal aus "Maria durch ein Dornwald ging" sowie dem "Kyrie" und dem "Gloria" aus der "Misa Criola" von Ariel Ramirez, einem konzertanten Erlebnis bester Güte, bei dem auch die Akustik der Stiftskirche glänzend zur Geltung kam. Unterstützt wurden die Eindrücke durch den sparsamen, aber effektiven Lichteinsatz. Mit "Walk in Jerusalem" zeigten "Viva Voce", dass sie auch Gospel können. Und dann sollte eigentlich schon Schluss sein. Aber eine verschlossene "Fluchttür" und vor allem der teils im Stehen dargebrachte stürmische Applaus "zwang" das Quintett wieder auf die Bühne. "It's a beautiful day", "Winter Wonderland", "Merry X-Mas everybody", "Feliz Navidad" und "All i want for christmas is you" gab es noch einmal eine satte Ladung Weihnachtliches, dem das getragene "Ich steh an deiner Krippe hier" folgte.
Mit dem Traum von der weißen Weihnacht, "White Christmas" schickten "Viva Voce" das Publikum schließlich hinaus in die Nacht, wo es allerdings, anders als noch am Morgen, nicht schneite, sondern regnete. Der guten Stimmung nach einem schönen Abend tat dies aber keinen Abbruch. ek
Bild: Kellner Die Gruppe "Viva Voce" begeisterte bei ihrem Auftritt in der Stiftskirche.



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